kurz & informativ – Die gemeine Alraune

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Alraune, Kreta, Februar 2018

Alraune, Kreta, Februar 2018

Überall auf unseren Spazier- und Fahrwegen auf Kreta ist uns im Februar 2018 eine Pflanze mit einer flachen Blattrosette auf dem Boden und meist relativ unscheinbaren hell-lila Blüten aufgefallen. Als botanisch interessierte Menschen haben wir die Pflanze, eben wegen der ausgeprägten Blattrosette, für eine uns noch unbekannte Primelart mit glockenblumenartigen Blüten gehalten.

Umso erstaunter waren wir, als wir dann beim googeln der Pflanze herausfanden, dass es sich um Alraunen handelt. Die haben wir uns irgendwie anders vorgestellt. Seltener, krautiger und eher in schattigen, verwilderten Wäldern zu finden.

Dabei sind genau diese trockenen, sandigen und nährstoffarmen Böden das bevorzugte Habitat der Alraunen, weswegen sie auf den Feldwegen in der prallen Sonne, aber auch in der Nähe von Ruinen und auf sonstigen Ödflächen besonders gut gedeihen.

Alraune, Kreta, Februar 2018

Alraune, Kreta, Februar 2018

Spannender als der oberirdische, ist wohl eher der unterirdische Teil der Pflanze. Die Wurzel wird bis zu 45 cm lang ist ist in ihrer Form einer Ginsengwurzel ähnlich.
Mandragora officinarum ist der botanische Name der Alraune. Pflanzenfamilie sind die Solanacae, die Nachtschattengewächse. Zu dieser großen Pflanzenfamilie gehören nicht nur viele Gift- und Heilpflanzen, sondern auch etliche Gemüsepflanzen, wie z.B. Tomaten, Kartoffeln und Auberginen.

Schon seit der Antike wird die Alraune auch als Heilpflanze genutzt. Sie wirkt positiv auf den Verdauungstrakt, bei verschiedenen Hautproblemen und hilftdurch ihre milde, halluzinogene Wirkung auch bei Schlafstörungen. Schon in der mittelalterlichen Medizin der Hildegard von Bingen wurde Alraune gegen entzündliche Zustände, Depressionen, Geschwulste und Magenverstimmungen angewandt. Auch Hildegard selbst soll täglich etwas Alraune zu sich genommen haben. Es gibt Vermutungen, dass ihre göttlichen Erscheinungen Halluzinationen waren, die dieser Einnahme geschuldet waren.

Ebenso wird der Pflanze eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Angeblich diente sie schon der griechischen Göttin Aphrodite als liebesförderndes Kraut. Die getrockneten Blätter wurden in den Tempeln bei Zeremonien verbrannt und verbreiteten eine berauschende Stimmung. Wie bei vielen anderen Arzneipflanzen auch, macht die Dosis die Wirkung oder auch das Gift. Eine Überdosierung kann über Halluzinationen und Herzrhythmusstörungen bis zum Tod durch Atemlähmung führen.

Also vielleicht besser von Selbstversuchen absehen? ;-)

Wer mehr wissen möchte: Bei Wikipedia finden sich noch weitere ausführlichere Informationen zur gemeinen Alraune.

 

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